Final Cut Pro 6 - Typen von Videosignalen

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Typen von Videosignalen

Videosignale werden auf mehrere Kanäle für Aufnahmen und zur Übertragung unter-
teilt. Abhängig vom Videoformat und seinen Ursprüngen stehen mehrere verschie-
dene Verfahren zur Trennung von Farbkanälen zur Verfügung. So wurden beispiels-
weise Broadcast-Videogeräte ursprünglich für Schwarzweiß-Video konzipiert und Farbe
wurde erst später hinzugefügt. Dies ist bei den heutzutage verwendeten Videoforma-
ten immer noch ersichtlich, die Bildinformationen nach Schwarzweiß- und Farbinforma-
tionen trennen. Andererseits bietet die später entwickelte Video- und Bildverarbeitung
auf Computern mehr Flexibilität. Hierfür wurde ein RGB-Modell mit drei Farben anstatt
des Luma-Chroma-Modells eingeführt.

Standard

Bildgröße

Bildraten

Abtastverfahren

720P

1280 x 720

23,98, 29,97, 59,94
24, 30, 60

1

25, 50

Vollbildverfahren
(Progressive Abtastung)

1080P

1920 x 1080

23,98, 29,97
24, 30
25

Vollbildverfahren
(Progressive Abtastung)

1080I

1920 x 1080

25 (50i), 29,97 (59,94i),
30 (60i)

Halbbildverfahren
(Zeilensprungverfahren)

1

Mit 24, 30, und 60 fps aufgenommenes 720p-Material ist selten. Die 29,97 fps-Raten sind üblicher, weil sie mit
NTSC-Geräten kompatibel sind.

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420

Teil V

Anhänge

Luma- (Schwarzweiß-Kanal) und Chroma- (Farbkanäle) Informationen können in
einem Videosignal auf mehrere unterschiedliche Weisen aufgenommen und über-
tragen werden.

 RGB-Farben (Rot, Grün, Blau): Dies ist das ursprüngliche Format für die meisten Com-

putergrafiken und Videodateien. Dieses Signal wird zudem in herkömmlichen CRT-
Farbmonitoren, Videokameras, Flachbildschirmen und Videoprojektoren verwendet.
Rote, grüne und blaue Signale können zum Mischen jeder beliebigen Farbe kombi-
niert werden. Zudem sind können Graustufenbilder in einem Bereich von schwarz
(kein Signal auf keinem Kanal) bis weiß (Vollsignal auf jedem Kanal) kombiniert wer-
den. RGB-Signale haben keinen separaten Luma-Kanal, weil Schwarzweiß-Signale
durch eine gleiche Anzahl von R-, G- und B-Signalen dargestellt werden können.

 Component YUV oder Y´C

B

C

R

:

Dieses Dreikanal-Signal umfasst ein Lumasignal (Y’) und

zwei Farbdifferenz-Kanäle (C

B

und C

R

)

1

. Component Video wurde in den 50iger Jahren

entwickelt. Auf diesem Weg können Farbfernsehsignale für vorhandene Schwarz-
weiß-Fernsehgeräte kompatibel aufbereitet werden. Schwarzweiß-Fernsehgeräte
konnten das Lumasignal verwenden, während Farbfernseher Y’, C

B

und C

R

zur

Anzeige zurück nach RGB konvertieren konnten.

Das Lumasignal wird durch eine Kombination von R-, G- und B-Signalen in ähnlichen
Anteilen abgeleitet, die das menschliche Auge für diese drei Farben wahrnimmt.
Daher kommt das Lumasignal der Helligkeitswahrnehmung in Farbbildern durch
das menschliche Auge nahe. Menschen nehmen den grünen Teil des sichtbaren
Spektrums verstärkt wahr, daher besteht der Lumakanal im Wesentlichen aus dem
grünen Kanal. Die Farbdifferenzkanäle werden so benannt, weil die Signale vom
Lumakanal für jeden der RGB-Farbkanäle subtrahiert werden (wie zum Beispiel
R-Y oder B-Y).

 S-Video (Y/C): S-Videosignale gehören ebenfalls zu den Component-Videosignalen,

weil Luma- und Chromasignale getrennt sind. Allerdings werden zur Ableitung des
C-Signals die C

B –

und C

R

Component-Signale kombiniert, was die Qualität des Farb-

kanals gegenüber Y´C

B

C

R

verschlechtert.

 Composite-Modus: Die Luma- (Y´) und Chroma- (C) Signale werden zu einem einzigen

Composite-Videosignal für die TV-Übertragung kombiniert. Das Chromasignal wird auf
einer Farbunterträgerfrequenz platziert, die Bezug auf die Luma-Hauptfrequenz nimmt.
Dieses Verfahren der Überlagerung von Schwarzweiß-Informationen durch Farbinfor-
mationen zeigt bereits, dass dieses Format aus den Anfangszeiten des Farbfernsehens
stammt, als die Kompatibilität mit Schwarzweiß-Fernsehern für die breite Akzeptanz
von ausschlaggebender Bedeutung war.

1.

Die beiden Farbdifferenzkanäle sind in Abhängigkeit vom jeweiligen Format unterschiedlich benannt, haben jedoch
bei allen Formaten eine ähnliche Funktion. Gängige Namen für Farbdifferenzkanäle sind C

B

, C

R

; R-Y, B-Y und U,V.

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Anhang A

Videoformate

421

V

Schwarzweiß-Fernsehgeräte nehmen den Farbunterträger nicht wahr, sodass auf die-
sen Geräten ausschließlich der Lumakanal (Y´) zu sehen ist. Farbfernseher kehren den
Composite-Prozess um. Sie erstellen das Y´C

B

C

R

Component-Signal und anschließend

das RGB-Signal für die Anzeige auf dem Bildschirm. Da die Chroma- und Lumakanäle
überlagert werden, erfolgt keine genaue Trennung, was Bildfehler im entstehenden
Bild zur Folge hat.